Glossar

Stichpunkte rund um unser Fachgebiet kurz erklärt:

Anstelle einer Vorreinigung der Glasoberfläche vor der Beschichtung, kann man die Oberfläche des Glasgegenstandes kurz mit einer nichtleuchtenden Gasflamme überstreichen. Dadurch wird eine gewisse Oberflächenaktivierung erreicht, die häufig zu einer besseren Adhäsion der Schicht zum Glas führt. Diese Behandlung kann zwar eine gründliche Naßreinigung nicht ersetzen, ist aber meist preisgünstiger zu realisieren. Selbstverständlich muß die Flamme einen genügenden räumlichen Abstand zum Ort der Dekoration haben, um eine Entzündung von Lösemitteldämpfen zu vermeiden.
Die Adhäsion der Schicht ist die Haftung der Schicht zur Substratoberfläche. Im Gegensatz dazu ist die Kohäsion der Zusammenhalt der Schicht an sich. Beide Eigenschaften sind notwendig, um gut haftende Schichten zu erreichen. Mangelhafte Adhäsion ist oft Folge von unzureichender Vorreinigung der Substratoberfläche vor der Beschichtung. Die Adhäsion kann z.B. durch einen Gitterschnitt mit anschließendem Tape Test geprüft werden.
Unter Auslaugung versteht man das Herauslösen von Bestandteilen der Schicht (zum Beispiel von Farbstoffen). Das ist zum Beispiel wichtig, wenn die Dekoration Lebensmittelkontakt hat, da in diesem Fall keine Stoffe von der Beschichtung auf das Lebensmittel übergehen dürfen.
Unter Echtheit versteht man die Beständigkeit der Farbe gegenüber Umwelteinflüssen, im speziellen gegenüber Lichteinwirkung.
Unter Farbstoffen versteht man farbige Stoffe, die sich vollständig im Dekorationslack auflösen. Man kann man durch diese Technik der Einfärbung hochtransparente, praktisch streulichtfreie Farbschichten erzeugen. Eine Alternative zur Einfärbung mit Farbstoffen ist die Einfärbung durch Pigmente.
Zu Testzwecken wird die Schicht mit mehreren, sich kreuzenden Schnitten eingeschnitten, um danach mit einem Tape Test die Adhäsion zu prüfen. Näheres über den Gitterschnitt regelt die DIN EN ISO 2409.
Nach dem Auftrag der Farben trocknen diese zuerst duch die Verdunstung von Lösemitteln ab. Um die volle Beständigkeit des Farbauftrags zu erreichen, müssen die Farben noch gehärtet werden. Das geschieht in der Regel durch Erwärmen. Durch die Temperaturerhöhung werden Restlösemittel ausgetrieben und die Farbe vernetzt chemisch.
Der heat-soak test wird bei vorgespanntem Flachglas (ESG) durchgeführt. Bei vorgespanntem Flachglas kommen gelegentlich spontane Brüche vor. Diese Brüche werden durch den heat soak Test bewusst provoziert. Dabei wird die Glasscheibe nach dem Vorspannen für mehrere Stunden bei 300°C gehalten. Wenn eine Glasscheibe den heat soak test besteht, dann kann man davon ausgehen, daß sie auch später nicht spontan brechen wird. Um nachzuweisen, daß das Temperaturprofil des heat soak Tests ordnungsgemäß durchfahren wurde, kann man vor dem Test eine Markierung mit dem Teststift auf dem Glas aufbringen. Nur die ordnungsgemäße Durchführung des heat soak Tests führt zu dem richtigen Farbumschlag der Markierung.
Unter Hybridfarbe versteht man eine Kombination aus anorganischem und organischem Bindemittel. Das anorganische Bindemittel (in den meisten Fällen modifizierte Kieselsäure) wird nach dem Sol-Gel Verfahren synthetisiert. Während anorganische Schichten eine sehr gute Adhäsion zum Substrat ausbilden können, sind sie meist zu unbeständig und zu dünn, um sich für Dekorationsschichten zu eignen. Rein organische Schichten (Kunstharzlacke) eignen sich zwar prinzipiell gut für Dekorationsschichten, allerdings ist die Adhäsion zum Substrat oft schlecht. Gute Hybridschichten vereinen die guten Eigenschaften der beiden Systeme.
Unsere Tinten sind geeignet füt Druckköpfe, die nach dem Piezoverfahren arbeiten, das sind insbesondere die Köpfe EPSON 9000 und EPSON 10000.
Unter Kohäsion versteht man den inneren Zusammenhalt einer Schicht.
Bei der Dekoration von Glas stellt sich häufig auch die Frage, ob der Kontakt der Dekoration mit Lebensmitteln zulässig ist. Leider ist die Gesetzgebung in den einzelnen Ländern unterschiedlich. Meist lautet die Regel dahingehend, daß ein Übergang von schädlichen Stoffen von der Dekoration in das Lebensmittel sicher verhindert werden muß. Dies ist im Zweifel durch praxisnahe Tests nachzuweisen. Der Nachweis kann also nur am dekorierten Glasgegenstand erfolgen. Eine generelle Freigabe oder Unbedenklichkeitserklärung können wir schon deshalb für unsere Farben nicht geben. Gerne werden wir sie aber zu Ihren Fragen in diesem Zusammenhang beraten.
Gelegentlich beobachtet man das Phänomen, daß Farben, die eigentlich hochglänzende Oberflächen haben sollten, nach dem Antrocknen trübe oder matt werden. Häufig ist das Mattwerden nur auf Teilflächen der Dekoration zu beobachten. Eine thermische Härtung ändert nichts an der Erscheinung. Das Mattwerden kann im wesentlichen zwei Ursachen haben:

1. Die Farbe ist zu alt, oder wurde zu warm gelagert. In diesem Fall ist die Farbe verdorben.
2. Die Luftfeuchtigkeit bei der Dekoration ist zu hoch, oder die Farbe oder das Glas ist bei der Dekoration zu kalt. In diesem Fall ist es häufig hilfreich, den Glasgegenstand vor der Dekoration etwas anzuwärmen.

Pigmente sind kleine, nicht lösliche Farbteilchen, die im Lack dispergiert werden. Nach dem Abtrocknen des Lacks sind diese Farbteilchen zufällig in der Lackmatrix verteilt und erzeugen so den Farbeindruck. Je nach Art des Pigments kann auch ein Teil des Lichts am Pigment gestreut werden. Dadurch sind Einfärbungen mit Pigmenten häufig nicht vollständig transparent. Dafür ist durch die Unlöslichkeit der Pigmente die Gefahr der Auslaugung geringer. Eine Alternative zur Einfärbung mit Pigmenten ist die Einfärbung durch Farbstoffe.
Bei der Sol-Gel Technik werden anorganische Feststoffe als Gel (also nicht kristallin) aus Lösungen ausgefällt. Dabei bedient man sich flüssiger oder in einem Lösemittel gelöster Vorprodukte. Durch eine chemische Reaktion wird dann die Bildung des Feststoffs eingeleitet. Dieser Feststoff bildet sich zunächst in Form von Makromolekülen in der Lösung. Wird das Lösemittel verdunstet, wachsen die Makromoleküle zu einer gelartigen Schicht zusammen. Ein anschließender thermischer Härtungsprozess treibt restliches Lösemittel aus und verdichtet die Schicht.
Bei der Dekoration von Hohlglas ist die Spülbeständigkeit wichtig. Bei Tests in Haushaltsspülmaschinen, wie in gerweblichen Spülmaschinen wurde mehrfach die ausgezeichnete Beständigkeit verschiedener Ormo-Farben nachgewiesen. Als grösster Einflussfaktor auf die Spülbeständigkeit konnte die Qualität der Reinigung der Glasoberfläche vor der Beschichtung nachgewiesen werden.
Ein Test, der die Qualität der Adhäsion der Beschichtung nachweist. Dabei wird ein Klebeband auf die Dekoration aufgebracht und wieder abgezogen. Dann wird geprüft, ob Teile der Dekoration durch das Klebeband abgezugen wurden. Näheres regelt die DIN 58196-6
Die Faszination des Werkstoffs Glas begründet sich zu einem hohen Maß durch seine Transparenz. Wenn farbige Dekorationsschichten den Eindruck von Farbglas erwecken sollen, müssen auch diese Schichten hochtransparent sein. Organische (kunstharzbasierende) Lacke sind häufig leicht trübe. Glas, das mit solchen Lacken dekoriert wurde, wirkt dann oft “angemalt”. Auch die Verwendung von Pigmenten anstelle von Farbstoffen zur Einfärbung von Dekorschichten kann Lichtstreuung verursachen.
Spezieller Filzstift, bei dem der Tintenfluss in die Schreibspitze durch ein Ventil gesteuert wird.
Vergütungen sind heute bei praktisch allen Behältergläsern üblich. Man versteht darunter eine Beschichtung des Glases mit einer porösen anorganischen Schicht (meist Zinn- oder Titanoxid), in deren Poren sich eine wachs – oder kunststoffartige Substanz befindet. Durch die Anwendung von Vergütungsschichten wird die Bruchsicherheit von Glasgefässen erheblich gesteigert. Leider ist eine haltbare Dekoration auf Vergütungsschichten nur mit hohem Aufwand zu erreichen, weil die originale Glasoberfläche durch die Vergütung vollständig zugedeckt ist.
Um eine optimale Adhäsion von Dekorationen auf Glas zu erreichen, muss die Glasoberfläche vor der Dekoration sauber sein. Obwohl diese Tatsache trivial ist, wird sie trotzdem oft missachtet. Häufig sind störende Beläge auf dem Glas nicht sichtbar, das Glas scheint visuell sauber zu sein. Durch eine geeignete Vorreinigung vor der Beschichtung kann man die nötige Prozesssicherheit erreichen. Manchmal hilft es bereits, die Glasgegenstände abzuflämmen, oder in einem Ofen abzubrennen.